Industrie setzt auf kriteriengeleitete Zuwanderung
Die Industriellenvereinigung (IV) hofft mittels der Schaffung einer so genannten "Rot-Weiß-Rot Card" ein kriteriengeleitetes Zuwanderungssystem zu etablieren, welches den Bedarf der österreichischen Industrie an Fachkräften besser decken soll, so Christian Friesl, Bereichsleiter Gesellschaftspolitik in der IV. Im Zuge der Wirtschaftskrise gebe es aber aufgrund der angespannten inländischen Arbeitsmarktsituation Verzögerungen bei den Verhandlungen. Weitere Verzögerungen seien aus Sicht der Industrie jedoch kontraproduktiv, weshalb es gelte, die Sache "schon jetzt anzugehen, wenn man in drei, vier, fünf Jahren Erfolge sehen will", so Friesl.
Die Forderung von Außenministers Michael Spindelegger nach 100.000 zusätzlichen Fachkräften bis 2030 unterstützt auch die Industrie. Das Programm "Zuwanderung gestalten" der IV beruht auf einem Punktesystem, um besonders qualifizierte Zuwanderer zu selektieren und diese dann zur Bereicherung des heimischen Arbeitsmarktes einzusetzen. Ein kriteriengeleitetes Zuwanderungssystem soll außerdem den Fachkräften noch in ihren Heimatländern helfen, ihr Potential am österreichischen Arbeitsmarkt besser einschätzen zu können. Die gegenwärtige Nettozuwanderung von rund 20.000 - 30.000 Personen pro Jahr bestehe vor allem aus wenig qualifizierten Personen, weshalb die künftige Immigration nun besser auf die Bedürfnisse des österreichischen Arbeitsmarktes zugeschnitten sein sollte.
