02.08.2010

IV schlägt Update der Familienförderungen vor

Komplexitätsreduktion, Neugestaltung der Familienleistungen sowie stärkere Investitionen in Sachleistungen als wesentliche Ziele

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Arbeitswelt sind wirtschaftliche Zukunftsthemen, die wesentlich von den familienpolitischen Rahmenbedingungen abhängen. Ob sie zufriedenstellend gelöst werden, ist für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit entscheidend. An einem Update der Familienförderung führt aus IV-Sicht kein Weg vorbei.

Im internationalen Vergleich nimmt Österreich bei monetären Familienleistungen eine Spitzenposition ein. Aber finanzielle Leistungen allein lassen weder die Fertilitätsrate steigen noch Familie und Beruf leichter vereinbaren. Die IV sieht daher drei wesentliche Ziele der zukünftigen Familienpolitik:

  • Komplexitätsreduktion durch Transparenz
    Es bedarf dringend mehr Transparenz bei den monetären Familienleistungen, um damit mehr Steuerung zu ermöglichen. Beispielsweise wäre es sinnvoll, Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag und andere monetäre staatliche Leistungen, die zurzeit schon gemeinsam als direkter Transfer ausbezahlt werden oder Transfercharakter haben, zusammenzufassen. 
  • Neugestaltung der Familienleistungen und Einsparungspotenziale heben
    Es wird längerfristig kein Weg an einer Neugestaltung und -orientierung von Familienleistungen vorbei führen. Im Zuge eines Gesamtkonzepts sollen Umschichtungs- und Einsparungspotenziale identifiziert werden. Ein Beispiel: Allein durch die Rücknahme der 13. Familienbeihilfe, die Einstellung des Kinderfreibetrags und die Abschaffung des AVAB für Kinderlose ließen sich jährlich fast 500 Millionen Euro aufbringen. Damit könnte man das Sparziel erreichen, zugleich die Familienbeihilfe einmalig valorisieren sowie stärker in Kinderbetreuung investieren.
  • Stärkere Investitionen in Sachleistungen
    Im Zusammenhang mit Vereinbarkeit und Gleichstellung kommt der Verfügbarkeit von geeigneten Kinderbetreuungseinrichtungen entscheidende Bedeutung zu. Aus Sicht der IV gilt es daher, die Kinderbetreuungseinrichtungen in Österreich auszubauen und flexibler zu gestalten, um die Wahlmöglichkeiten für Frauen und Männer an internationale Standards heran zu führen. Beispielsweise könnten mit Investitionen von rund € 30 Mio. pro Jahr seitens des Bundes bis 2015 40.000 neue Kinderbetreuungsplätze für unter Dreijährige geschaffen werden und damit das Barcelona-Ziel erreicht werden.

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