Industrie zu Überstunden: Gewerkschaftsvorschläge naiv und widersprüchlich
IV-GS Beyrer: Österreich ist keine vom internationalen Wirtschaftsleben abgekoppelte Insel – Naive Berechnungen, Verbote und Bestrafungsmaßnahmen schaffen keinen einzigen Arbeitsplatz in ÖsterreichDie Industrie zeigt sich verwundert über die Äußerungen von ÖGB-Generalsekretär Bernhard Achitz zum angestrebten Abbau von Überstunden in Österreich durch Belastungen von Unternehmen. „Grundsätzlich muss sich die Gewerkschaft endlich mit der in Österreich herrschenden volkswirtschaftlichen Realität vertraut machen. Österreich ist keine vom internationalen Wettbewerb abgeschottete Insel, in der man durch irgendwelche Verbote, Belastungen oder Einzelmaßnahmen Arbeitsplätze schafft", so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung Mag. Markus Beyrer heute, Donnerstag. „Naive Milchmädchenrechnung - ich nehme einigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Überstunden weg und schon entsteht ein neuer Arbeitsplatz - halten leider der Realität nicht stand. Insbesondere dann nicht, wenn beispielsweise keine qualifizierten Arbeitskräfte vorhanden sind."
Seit Jahren stemmen sich die Gewerkschaften gegen das so notwendige Mehr an Flexibilität, um auf die Auftragsschwankungen in der Industrie optimal und arbeitsplatzsichernd reagieren zu können. Dies mit dem Hauptargument, es könnte damit die eine oder andere Überstunde verloren gehen, „jetzt setzt sie sich auf einmal an die Spitze der Bewegung, die Überstunden abschaffen oder verringern will, eine interessante Wende", konzediert die Industriellenvereinigung. Wie Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner richtigerweise in fachkundiger Kenntnis der unternehmerischen Realität und für den Standort Österreich betont hat, braucht es nicht von der Realität abgekoppelte Berechnungen auf dem Papier, sondern eine Erweiterung der Flexibilität.
Die Industriellenvereinigung sei übrigens, was die steuerliche Besserstellung der ersten 10 Überstunden betrifft, grundsätzlich gesprächsbereit. „Die Verdoppelung der steuerlich begünstigten Überstunden von 5 auf 10 war einer der Beschlusspunkte jenes für das Budget so unglückseligen Donnerstags vor der letzten Nationalratswahl. Die Industriellenvereinigung tritt angesichts der Notwendigkeit zur Budgetkonsolidierung nachdrücklich dafür ein, die Beschlüsse dieses sogenannten Anti-Teuerungspaketes allesamt rückgängig zu machen. Dies bringt sofort die Einsparung von mehr als 930 Millionen Euro", unterstrich IV-Generalsekretär Beyrer.
