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Industrie: Innovative Gleichstellungsmaßnahmen stärken Wettbewerbsfähigkeit
„Unternehmen aber profitieren von Diversität, unterschiedlichen Fähigkeiten und Talenten. Daher gilt es, innovative Gleichstellungsmaßnahmen zu setzen, um das ökonomische Potenzial von Frauen bestmöglich nutzen zu können“, betonte IV-Generalsekretär Mag. Christoph Neumayer, anlässlich der Veranstaltung „Karriere als Akademikerin: Trotz gutem Qualifying nicht auf der Pole-Position?“, die von Industriellenvereinigung und Verband der Akademikerinnen Österreichs organisiert wurde.Um ökonomische Gleichstellung durchzusetzen, müssten Politik und Wirtschaft mit anpacken, aber vor allen Dingen, müsste ein Umdenken in der Gesellschaft stattfinden, waren sich die Expertinnen am Podium einig: Im Hinblick auf die demografischen Entwicklungen und den vorherrschenden Fachkräftemangel könne man sich einer verstärkten Partizipation von Frauen am Arbeitsmarkt und gleicher Karrierechancen als Unternehmen nicht mehr verwehren, meinte HP-Personaldirektorin Evelin Mayr und erklärte, dass sich das Unternehmen bei Einstellung von neuen Mitarbeitern selbst das Ziel einer 50%-Marke setzen würde. Noch verankerte traditionelle Rollenbilder und mangelnde Kinderbetreuung würden zum ersten Boxenstopp in der Karrierelaufbahn bei den Frauen mit der Folge einer geringeren Berufserfahrung führen, so Univ.-Prof. DI Dr. Christine Zulehner. Auch in der ökonomischen Forschung würde man aufgrund unterschiedlicher Denkansätze von Frauen und Männern nicht nur im Sinne ethnischer Vielfalt von Heterogenität profitieren, sondern gerade auch durch eine verstärkte Partizipation von Frauen, so Dr. Helene Schuberth (Österreichische Nationalbank). Dr. Katharina Chudzikowski (WU Wien) wies zudem darauf hin, dass auch die Wahl der Studienrichtung sowie die Spezialisierung innerhalb eines Studiums wesentliche Faktoren für die Positionierung am Arbeitsmarkt seien. Gerade in den naturwissenschaftlichen Studiengängen, in denen man so dringend Frauen benötigen würde, sei der Frauenanteil noch sehr gering. Mag. Roswitha Kikowsky, Psychologin und Geschäftsführerin der Volkshilfe Beschäftigung, fügte noch Netzwerke und Mentorinnen als wesentlichen Erfolgsfaktor hinzu. Netzwerke würden eine zusätzliche Ressource darstellen, die es zu nutzen gilt.
„Die Industrie hat diese Herausforderung erkannt und leistet durch innovative Maßnahmen konkrete Beiträge, um zeitgemäße Rollenbilder zu kommunizieren, Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern und ökonomische Gleichstellung herbeizuführen. Denn gerade für Unternehmen in der Industrie, in denen der Frauenanteil in der Belegschaft bisher noch recht niedrig ist, sind Frauen ein äußerst wichtiges Potenzial der Zukunft", betonte IV-Generalsekretär Neumayer in seiner Eröffnungsrede. „Mit der IV-Initiative ‚Frauen.Führen‘ soll es nicht nur gelingen, mehr qualifizierte Frauen für Führungspositionen in der Industrie zu gewinnen und sie durch Qualifikationsmaßnahmen für Führungspositionen zu befähigen, sondern auch Frauen in industrie- und techniknahe Jobs zu bringen".
