Industrie: Österreich braucht mehr Wachstum, nicht mehr Umverteilung
IV-GS Neumayer: Österreich ist das am stärksten umverteilte Land der OECD und liegt bei der Steuerbelastung der Bürger auf Platz 3 in Eurozone – Wachstum durch Strukturreformen ankurbeln – Keine neuen Steuern„Noch mehr Umverteilung kann mit Sicherheit nicht prioritäres Thema der österreichischen Wirtschaftspolitik sein", erklärte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, zu aktuellen Aussagen der AK Wien. Angesichts der höchsten Umverteilungsquote aller OECD-Staaten und der dritthöchsten Steuer- und Abgabenquote der Euroländer entbehre der Ruf nach mehr Verteilungsgerechtigkeit jeder Grundlage. „Der Schlüssel zum Erhalt des Wohlstandes ist nicht noch mehr Umverteilung, sondern mehr Produktivität", so Neumayer. Die Gunst der Stunde, in der Österreich im Gegensatz zu anderen Staaten aufgrund seiner starken Wirtschaft wachse, gelte es zu nutzen: „Sparen und Wachstum sind kein Widerspruch. Im Gegenteil: Kluges Sparen ermöglicht erst neues Wachstum", betonte Neumayer. Österreich müsse durch nachhaltige Reformen dafür sorgen, dass nicht weiterhin das Steuergeld der Bürgerinnen und Bürger in ineffizienten Strukturen versickert, sondern im Gegenzug Mittel in die wachstumsstärkenden Bereiche - Bildung, Forschung sowie Innovation - umgeleitet werden können.
Die IV spricht sich ebenso wie die AK für einen Ausbau der Betreuungseinrichtungen für Kinder unter drei Jahren und die Ausweitung der Öffnungszeiten aus. „Ziel der gemeinsamen Forderungen von IV und AK ist es, eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie mehr Effizienz bei Familienleistungen zu erreichen", so Neumayer. Wenig verständlich sei jedoch die erneute Forderung nach einer Erhöhung der Vermögenssteuern. „Dies ist weder gerecht, noch fair, da Österreich auch bei dem Aufkommen aus der Besteuerung von Vermögen mit 1,9 Prozent des BIP über dem EU-Durchschnitt liegt", betonte Neumayer. Eine weitere Erhöhung der Vermögenssteuern wäre ein massiver Standortschaden, so der IV-Generalsekretär.
