Europäische Industrie fordert Strukturreformen zur Bewältigung der Eurokrise
IV-Präsident Sorger und GS Neumayer beim Präsidentenrat der europäischen Industrie und Arbeitgeber (BUSINESSEUROPE) in Kopenhagen – Europäische Arbeitgeberdeklaration: Brauchen mehr Integration und Strukturreformen zur Bewältigung der Stabilitätskrise – Industrie Garant für mehr WachstumFür „ambitionierte Strukturreformen und weitere Schritte in der europäischen Integration" sprachen sich die Präsidenten und Generaldirektoren der europäischen Industrie- und Arbeitgeberverbände bei ihrem halbjährlichen Treffen des freiwilligen europäischen Industrie- und Arbeitgeberdachverbandes BUSINESSEUROPE heute, Freitag, in Kopenhagen, gegenüber der dänischen Premierministerin Helle Thorning-Schmidt aus. „Die Fortsetzung der Haushaltskonsolidierung ist der zentrale Bestandteil der Strategie zur Überwindung der Krise im Euro-Währungsgebiet", forderte der Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Dr. Veit Sorger. „An einer Politik der nachhaltigen Haushaltskonsolidierung führt einfach kein Weg vorbei: Sie ist Grundvoraussetzung für das Erlangen von Stabilität und ihr Gelingen wird entscheidend sein, ob das Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit des Euro-Währungsgebiets wieder gefestigt werden kann", so der IV-Präsident.
„Die europäische Industrie ist der Garant für mehr Wachstum. Europa braucht eine Wachstumsagenda, in der die strukturelle Stärkung der Wachstumspotenziale politische Priorität genießt und Investitionsprojekten der Vorrang gegeben wird", betonte Sorger. Denn mittlerweile sei es „Common sense", dass kurzfristige Konjunkturstimulierung über neue Schulden in ihrer Wirkung sehr begrenzt und zudem finanziell einfach nicht mehr leistbar sei. „Für die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit Europas ist eine Stabilisierung des Finanzsystems im Euro-Währungsgebiet eine wesentliche Voraussetzung. Hier sind rasch weitere Maßnahmen zu ergreifen. Auch eine engere Verflechtung der Finanzarchitektur einschließlich eines grenzüberschreitenden Krisenmanagements soll dabei geprüft werden", bekräftigte IV-Generalsekretär Mag. Christoph Neumayer.
Die Europäische Kommission hat den Euro-Staaten vor kurzem länderspezifische Empfehlungen für Strukturreformen geschickt. Die österreichische Bundesregierung ist dazu aufgerufen, diese vorgeschlagenen Maßnahmen ernst zu nehmen und entschlossen anzugehen. „Denn auch wenn diese Vorschläge die wirtschaftlichen Herausforderungen auf nationaler Ebene betreffen, sind sie jedoch gleichzeitig für Stabilität und Wachstum im Euro-Währungsgebiet insgesamt von entscheidender Bedeutung", betonte Neumayer. Österreich müsse insbesondere die strukturellen Veränderungen im Gesundheitssektor, im Pensionssystem oder der föderalen Struktur, „dringend ambitionierter angehen, um die langfristige Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen sicher zu stellen", forderte der IV-Generalsekretär.
BUSINESSEUROPE - Europas bedeutendster Arbeitgeberdachverband - vertritt mehr als 20 Millionen kleine, mittlere und große Unternehmen in Europa. Der Verband vereint 40 Arbeitgeber- und Industrieverbände aus 34 Ländern und ist offizieller Arbeitgeberpartner des Europäischen Sozialen Dialoges.
