Industrie: Migration sichert Zukunft
IV-Präsident Kapsch: Klares Bekenntnis der Politik zu Zuwanderung erfreulich – Instrument Rot-Weiß-Rot-Card weiter verbessern – Zuwanderung ähnlich aufwerten wie Integration„Es ist sehr erfreulich, dass die heimische Politik die Zeichen der Zeit erkannt hat und sich klar zur Notwendigkeit der Zuwanderung nach Österreich bekennt", so der Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Georg Kapsch, heute, Mittwoch, anlässlich des einjährigen Bestehens der Rot-Weiß-Rot-Card. So hatte Sozialminister Rudolf Hundstorfer gestern darauf hingewiesen, dass in Österreich in den nächsten acht Jahren allein aus demografischen Gründen 170.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fehlen würden. „Wir kommen an mehr Zuwanderung nicht vorbei. Wir müssen daher erstens die bestehenden Instrumente noch weiter verbessern und zweitens das Thema Zuwanderung politisch ähnlich aufwerten, wie das Thema Integration", so Kapsch. Mit der Schaffung des Staatssekretariats für Integration sei ein wichtiger Schritt gesetzt worden: „Das Engagement von Staatssekretär Sebastian Kurz hat viel positive Resonanz erzeugt, durch sein Engagement konnten Ängste abgebaut und das Thema Integration aufgewertet werden."
Die Bilanz der Rot-Weiß-Rot-Card, ein Jahr nach ihrer Einführung, sei „erfreulich, aber verbesserungswürdig". Insgesamt habe es 1.921 Anträge und mehr als 1.500 Genehmigungen gegeben. Als kriteriengeleitetes Zuwanderungsmodell sei die Rot-Weiß-Rot-Card in Europa mittlerweile vorbildhaft, nicht zuletzt durch die seit Mitte Juni bestehende Möglichkeit, über die Mangelberufssäule in einem der 26 Berufsfelder einen Arbeitsmarktzugang nach Österreich zu erhalten. „Die Rot-Weiß-Rot-Card ist damit eines der wichtigsten Instrumente für die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts", so der IV-Präsident. Allerdings bestehe weiterer Verbesserungsbedarf, wie Kapsch betonte: So solle die Zuwanderungsmöglichkeit nach Österreich im Ausland stärker beworben und eine gezielte Anwerbungen von Personen aus Drittstaaten ermöglicht werden. „Leider gibt es vereinzelt immer noch bürokratische Hürden, die einen effizienten Ablauf der Antragstellung im Zusammenhang mit dem Erwerb einer Rot-Weiß-Rot-Card erschweren. Hürden gibt es darüber hinaus nicht nur bei der Antragstellung, sondern auch bei der Bearbeitung", sagte Kapsch. So müsse beispielsweise die Antragstellung auf elektronischem Weg so rasch wie möglich gelingen.
