IV-Präsident will „grundlegende Erneuerung des Steuersystems"
IV-Präsident Georg Kapsch im aktuellen „SN"-Interview über vorrangige Schwerpunkte in den nächsten Monaten.Er habe in den vergangenen fünf, sechs Jahren sehr stark die gesellschaftspolitische Position der IV geprägt. Sein Vorgänger Veit Sorger habe ihn dabei unterstützt, erklärt der seit Juni amtierende neue Präsident der Industriellenvereinigung, Georg Kapsch, im aktuellen „SN"-Interview.
Bei manchen Themen wolle er aber „offensiver agieren", etwa in der Steuerpolitik: „Da werden wir ein Gesamtkonzept vorlegen", kündigt Kapsch an. Er sei der Überzeugung, dass „dieses Land eine grundlegende Erneuerung seines Steuersystems" brauche. Arbeit dürfe künftig nicht höher besteuert werden als Kapitaleinkünfte. Diese dürften aber auch nicht „verteufelt" werden, weil sonst niemand mehr bereit sei, in Unternehmen zu investieren. Die Lücke bei qualifizierten Fachkräften - Österreich fehlen 30.000 bis 50.000 - will der IV-Präsident durch Aus- und Weiterbildung, gezielte Zuwanderung und stärkere Einbeziehung von Frauen ins Erwerbsleben schließen. Dafür sei eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf nötig, sagt Kapsch.
Ein „Hinausdrängen" Griechenlands aus der Euro-Zone als Ausweg aus der Euro-Krise lehnt der IV-Präsident ab: „Wir brauchen mehr Europa und nicht weniger. Wenn Europa stark sein will, brauchen wir einen Fiskalpakt - dann müssen Länder, die ihn nicht einhalten, zur Kenntnis nehmen, dass die EU in ihre Budgets hineinarbeitet."
