Industrie kann offene Lehrlingsstellen nicht besetzen
Die burgenländische Industrie bekennt sich zur Lehrlingsausbildung. Das Angebot an geeigneten Jugendlichen ist allerdings zu gering.Allein im Juli 2010 meldeten 25 Unternehmen aus den Sparten Produktion/Technische Berufe beim AMS offene Lehrlingsstellen. Das sind um 212 Prozent mehr, als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Lehrstellensuchende für diese Sparten gab es im Juli 2010 genau 20.
Insgesamt standen Ende Juli den 334 Lehrstellensuchenden (+ 15 gegenüber dem Vorjahr) insgesamt 104 offene Lehrstellen (+ 45 gegenüber dem Vorjahr) gegenüber.
Innerbetriebliche Lehrwerkstätte Mechatroniker
Auf Initiative der Industriellenvereinigung Burgenland wird seit einem Jahr versucht, eine innerbetriebliche Lehrwerkstätte für Mechatroniker zu starten. „Allein, es ist schier unmöglich acht bis zehn geeignete und interessierte Jugendliche für diesen Beruf mit Zukunft zu finden! Die Projektpartner AMS, WIFI und das Unternehmen im Südburgenland stehen für diese Ausbildung schon lange bereit. Drei Infotage wurden bereits abgehalten. Das Interesse und die Eignungen der Jugendlichen hielten sich in Grenzen", berichtet Ingrid Puschautz-Meidl, Geschäftsführerin der Industriellenvereinigung Burgenland über den geplanten Ausbildungsweg.
Aktuelle Umfrage
„Laut einer aktuellen Blitzumfrage stellen die burgenländischen Industrieunternehmen gleich viel oder sogar mehr Lehrlinge als im langjährigen Durchschnitt ein. Und das, obwohl sich die Unternehmen in der ersten, noch nicht nachhaltigen Erholungsphase nach der Krise befinden", analysiert Puschautz- Meidl eine eben durchgeführte Umfrage unter IV- Mitgliedern.
„Das Problem bei der Rekrutierung sind die mangelnden Kulturtechniken und fehlende soziale Kompetenzen der Jugendlichen. Mathematikkenntnisse und technisches Verständnis reichen oft nicht aus", so Puschautz-Meidl.
Schon aufgrund der demographischen Situation, nach der ein eklatanter Facharbeitermangel auf unsere Betriebe zukommt, würden Unternehmen verstärkt Lehrlinge und damit spätere Facharbeiter ausbilden wollen. „Aber", so Puschautz-Meidl," gerade in der Industrie werden die Anforderungen an die Mitarbeiter immer höher und vielfältiger. Unqualifizierte Mitarbeiter sind da leider nicht gefragt!"
Eine verbesserte Berufsorientierung in den 7. und 8. Schulstufen und intensive Information von Eltern und Schüler würde die Sache massiv entschärfen. „Die Lehre mit Matura bietet zudem auch die Möglichkeit, gleichzeitig mit einem Lehrberuf den Zugang zu einem Studium zu erlangen. Das wertet das Image der Lehre eigentlich enorm auf", so Puschautz-Meidl.
