09.09.2010

Wienmanifest 2010: Zukunft erfolgreich gestalten

Am 30. August hat die IV Wien Bürgermeister Michael Häupl das Wienmanifest 2010 überreicht. Es fasst die wichtigsten Forderungen aus einer Umfrage unter den Mitgliedsbetrieben der IV Wien zusammen und steckt Handlungsfelder ab, auf denen gemeinsam mit der Stadt unsere Wissens- und Industriemetropole weiterentwickelt werden muss, um erfolgreich zu bleiben, fasst IV-Wien-Präsident Kapsch in seinem aktuellen Leitartikel zusammen.

Kommunikation intensivieren

Intensive Kommunikation ist in Wien seit Jahren die Basis für eine erfolgreiche Kooperation zwischen Industrie und Politik. Hinsichtlich der aktuellen Kernthemen der Stadtpolitik sehen die Wiener Industriebetriebe jedoch derzeit ein Informationsdefizit. Die gemeinsamen Ziele könnten jedoch besser erreicht werden, wenn die verantwortlichen Politiker strategische Kern- und Zukunftsthemen deutlicher artikulieren und erklären würden. Tun sie das nicht, überlassen sie das  Feld dem Populismus.

  

Exzellente Bildung garantieren

Exzellente Bildung ist der Schlüssel zu Innovationskraft und Wohlstand. Die Industrie braucht heute und in Zukunft dringend mehr gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gerade im Bereich des städtischen Bildungswesens sehen aber viele Industriebetriebe noch Verbesserungsbedarf. Die Einführung des verpflichtenden Kindergartenjahres und des beitragsfreien Kindergartenbesuchs war ein großer Schritt nach vorne. Noch wichtiger wäre ein verpflichtendes Vorschuljahr anstelle des verpflichtenden Kindergartenjahres. Außerdem fordert die Mehrheit der Industriebetriebe in der Stadt den weiteren Ausbau des Angebots von Ganztagsschulen und Sprachunterricht.

 

Attraktivität für die besten Köpfe erhöhen

Um unsere hohe Lebensqualität halten zu können, brauchen wir sinnvoll gesteuerte Zuwanderung. Über 90% der Wiener Industrieunternehmen fordern daher ein kriteriengeleitetes Zuwanderungssystem, im Rahmen dessen vor allem Bildung sowie sprachliche und berufliche Kompetenzen der potenziellen Zuwanderer bewertet werden. Ergänzt werden sollte dieses System durch eine Politik, die die nachhaltige Integration der Zuwanderer ermöglicht.

 

Sensibilität bei Kommunikation und Rhetorik

Beim Thema Migration spielen die Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten der Parteien auch im Hinblick auf die Wiener Landtags- und Gemeinderatswahlen eine wichtige Rolle. Vor allem durch einen moderaten rhetorischen Stil können sie viel zu einer Versachlichung der Diskussion über dieses Thema beitragen. Diese Verantwortung darf auch während der politischen Auseinandersetzung nicht vergessen werden!

 

Innovationen ermöglichen

Innovationskraft ist ein weiteres ganz wesentliches Kriterium für das Zukunftspotenzial einer Region. Die Industriebetriebe in Wien erwarten sich deshalb von der Politik, dass sie Kooperationen zwischen Industrie und universitären Forschungseinrichtungen sowie Fachhochschulen stärker unterstützt. Besonders kommt es bei diesen Projekten darauf an, dass der kostenintensive Übergang von der Forschung zur konkreten Innovation ermöglicht wird und neu gewonnenes Grundlagenwissen nicht ins Ausland „abwandert".

  

Infrastruktur vernetzen

Die „Twin City-Region" rund um Wien, NÖ und Bratislava muss sich zu einem Europäischen Logistikknoten im CEE-Raum weiterentwickeln. Ein Großteil der Wiener Industriebetriebe wünscht sich darüber hinaus eine wachsende Intermodalität zwischen den einzelnen Verkehrsträgern und die Optimierung von Schnittstellen zwischen dem öffentlichen und dem Individualverkehr.

 

Gemeinsam für eine erfolgreiche Stadt

Die Wiener Industrie bekennt sich zur erfolgreichen Kooperation mit der Stadt. Eine noch aktivere Einbindung wäre jedoch notwendig, um gemeinsam mit der Politik den Wissens-, Industrie- und Arbeitsstandort weiterentwickeln zu können. Nur zusammen können wir sicherstellen, dass unsere Region den Wohlstand von heute auch in Zukunft erhalten kann.


[ IV Wien ]
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Mag. Georg Kapsch, Präsident der IV Wien
Mag. Georg Kapsch, Präsident der IV Wien


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